[SIEBENTES KAPITEL]
Linguet
[Polemik gegen die bürgerlich-liberale Ansicht von der Freiheit des Arbeiters]

||438| Linguet, „Théorie des loix civiles etc.“*, Londres 1767.

Es entspricht dem Plan meiner Schrift, sozialistische und kommunistische Schriftsteller im ganzen von den historischen Reviews auszuschließen. Letztre sollen nur zeigen, in welcher Form die1 Ökonomen teils sich selbst kritisieren, teils die historisch entscheidenden Formen, worin die Gesetze der politischen Ökonomie zuerst ausgesprochen und weiterentwickelt wurden. Ich schließe daher bei der Betrachtung des Mehrwerts solche Schriftsteller des 18. Jahrhunderts wie Brissot, Godwin usw. aus, ganz wie die Sozialisten und Kommunisten des 19ten Jahrhunderts. Die paar sozialistischen Schriftsteller, auf die ich in dieser Rundschau zu sprechen kommen werde, stellen sich entweder selbst auf den Standpunkt der bürgerlichen Ökonomie oder bekämpfen sie von ihrem eignen Standpunkt aus.

Linguet jedoch ist kein Sozialist. Seine Polemik gegen die bürgerlich-liberalen Ideale seiner aufklärerischen Zeitgenossen, gegen die beginnende Herrschaft der Bourgeoisie hüllt sich halb ernsthaft, halb ironisch in reaktionären Schein. Er verteidigt den asiatischen Despotismus gegen die zivilisierten europäischen Formen desselben; so die Sklaverei gegen die Lohnarbeit.

Vol. I. Der einzige Satz gegen Montesquieu: l’esprit des lois, c’est la propriété2, zeigt die Tiefe seiner Anschauung.

Die einzigen Ökonomen, die Linguet sich gegenüber fand, waren die Physiokraten.

Die Reichen haben sich aller Produktionsbedingungen bemächtigt: Entfremdung der Produktionsbedingungen, die in ihrer einfachsten Form die Naturelemente selbst sind.

„In unseren zivilisierten Ländern sind alle Elemente [der Natur] Sklaven.“ (p. 188.)

Um sich einen Teil dieser von den Reichen angeeigneten Schätze anzueignen, muß man sie durch strenge Arbeit kaufen, die den Reichtum dieser Reichen vermehrt.

„Auf diese Weise hat die ganze gefangengenommene Natur aufgehört, ihren Kindern mühelos zugängliche Hilfsquellen zur Erhaltung ihres Lebens zu bieten. Man muß ihre Wohltaten mit beharrlichen Anstrengungen und ihre Geschenke mit hartnäckiger Arbeit bezahlen.“ [l. c. p. 188.]

(Hier klingt – in den dons de la nature3 – die physiokratische Ansicht durch.)

„Der Reiche, der sich ihren ausschließlichen Besitz angemaßt hat, gestattet nur um diesen Preis, daß ein kleines Teilchen davon wieder der Gesamtheit zufließe. Um zur Teilnahme an ihren Schätzen zugelassen zu werden, muß man für ihre Vermehrung arbeiten. (p. 189.) „Man muß also auf diese Chimären von Freiheit verzichten.“ (p. 190.) Die Gesetze sind da, um „eine frühere Usurpation“ (des Privateigentums) „zu heiligen, um neue zu verhindern“ (p. 192). „Sie sind gewissermaßen eine Verschwörung gegen den zahlreichsten Teil des Menschengeschlechts.“ (l. c. p. 195) (nämlich der Nichtbesitzenden). „Die Gesellschaft hat die Gesetze gemacht und nicht die Gesetze die Gesellschaft.“ (p. 230.) „Das Eigentum ist früher da als die Gesetze.“ (p. 236.)

Die société selbst – daß der Mensch in société lebt, statt als unabhängiges, selbständiges Individuum – ist die Wurzel der propriété, der auf ihr basierten Gesetze und der notwendigen Sklaverei.

Auf der einen Seite lebten friedlich und isoliert cultivateurs4 und pasteurs5. Auf der andren Seite

„Jäger, gewöhnt, von Blut zu leben, sich zu Banden zu vereinigen, um die Tiere, von denen sie sich nährten, leichter überlisten und niederschlagen zu können, und die Teilung der Beute zu vereinbaren.“ (p. 279.) „Bei den Jägern mußte sich das erste Anzeichen der Gesellschaft zeigen.“ (p. 278.) „Die wahre Gesellschaft bildete sich auf Kosten der Hirten und Ackerbauer und beruhte auf ihrer Unterjochung“ durch die Bande der chasseurs réunis6. (p. 289.) Alle Pflichten der Gesellschaft lösen sich auf in commander und obéir7. „Diese Degradierung eines Teils des Menschengeschlechts hat zuerst die Gesellschaft veranlaßt und dann die Gesetze geschaffen.“ (p. 294.)

Entblößt von den Produktionsbedingungen, zwingt die Not die Arbeiter, um zu leben, an der Vermehrung des fremden Reichtums zu arbeiten.

„Es ist die Unmöglichkeit, auf andere Weise zu leben, die unsere Tagelöhner zwingt, die Erde umzugraben, deren Früchte sie nicht genießen werden, und unsere Maurer, Gebäude zu errichten, in denen sie nicht wohnen werden. Das Elend schleppt sie auf den Markt, wo sie auf die Herren warten, die so gnädig sein möchten, sie zu kaufen. Es zwingt sie, sich vor dem Reichen auf die Kniee zu werfen, damit er ihnen erlaube, ihn zu bereichern.“ (p. 274.)

„Die Gewalt war also die erste Veranlassung der Gesellschaft und die Macht ihr erstes Bindeglied.“ (p. 302.) „Ihre“ (des hommes8) „erste Sorge war ohne Zweifel die, sich Nahrung zu verschaffen ..., die zweite mußte sein, zu trachten, sie sich ohne Arbeit zu verschaffen.“ (p. 307, 308.) „Dazu konnten sie nur dadurch gelangen, daß sie sich die Frucht fremder Arbeit aneigneten.“ (p. 308.) „Die ersten Eroberer wurden nur Despoten, um straflos faul sein zu können, und Könige, um die nötigen Mittel zum Leben zu haben, was die Idee der Herrschaft ... sehr verengt und vereinfacht.“ (p. 309.) „Die Gesellschaft wurde aus der Gewalt geboren und das Eigentum aus der Usurpation.“ (p. 347.) „Sobald es Herren und Sklaven gab, war die Gesellschaft gebildet.“ (p. 343.) „Von Anfang an waren die beiden ||439| Pfeiler der Gemeinschaft der Sklaverei des größten Teils der Männer einerseits und die aller Frauen andrerseits ... Auf Kosten von drei Vierteln ihrer Mitglieder sicherte die Gesellschaft das Glück, den Reichtum, die Muße der kleinen Zahl der Eigentümer, die sie allein im Blickfeld hatte.“ (p. 365.)

Vol. II: „Es handelt sich also nicht darum, zu untersuchen, ob die Sklaverei an und für sich gegen die Natur ist, sondern ob sie gegen die Natur der Gesellschaft ist ..., sie ist von ihr nicht zu trennen.“ (p. 256.) „Die Gesellschaft und die Knechtung sind gleichzeitig entstanden.“ (p. 257.) „Die dauernde Sklaverei ... das unzerstörbare Fundament der Gesellschaften.“ (p. 347.)

„Nur dann gibt es Menschen, die darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt aus der Freigebigkeit eines anderen Menschen zu beziehen, wenn dieser durch das ihnen abgenommene Gut reich genug geworden ist, ihnen einen kleinen Teil zurückgeben zu können. Seine angebliche Großmut kann nichts anderes sein als eine Rückerstattung eines gewissen Teils ihrer Arbeitsergebnisse, die er sich angeeignet hat.“ (p. 242.) „Ist es nicht diese Pflicht, zu säen, ohne für sich zu ernten, sein Wohlbefinden dem eines anderen zu opfern, ohne Hoffnung zu arbeiten – worin die Knechtschaft besteht? Und beginnt deren eigentliche Epoche nicht in dem Augenblick, da es Menschen gab, die man mit Stockschlägen – für einige Maß Hafer, die sie nach der Rückkehr in den Stall erhielten – zur Arbeit zwingen konnte? Nur in einer voll entwickelten Gesellschaft erscheinen dem hungrigen Armen die Lebensmittel als genügendes Äquivalent für seine Freiheit; aber in einer Gesellschaft, die am Beginn ihrer Entwicklung steht, würde freien Menschen dieser ungleiche Tausch grauenhaft erscheinen. Nur Kriegsgefangenen kann man dies vorschlagen. Erst nachdem man ihnen den Genuß all ihres Vermögens genommen hat, kann man ihnen das Notwendige allein geben.“ (p. 244, 245.)

„Das Wesen der Gesellschaft … besteht darin, den Reichen von der Arbeit zu befreien; das gibt ihm neue Organe, nicht ermüdende Glieder, die alle mühseligen Arbeiten auf sich nehmen, deren Frucht er sich aneignet. Das ist der Plan, der ihm erlaubt, ungestört Sklaverei zu betreiben. Er kauft die Menschen, die ihm dienen sollen.“ (p. 461.) „Als man die Sklaverei abschaffte, behauptete man, weder den Reichtum noch seine Vorteile abzuschaffen … Es war daher notwendig, daß die Dinge, bis auf den Namen, in demselben Zustand blieben. Es war immer notwendig, daß der größere Teil der Menschen von der Bezahlung und in der Abhängigkeit des kleineren Teils lebte, der sich alle Güter angeeignet hatte. Die Sklaverei ist also auf Erden verewigt worden, aber unter einem sanfteren Namen. Sie ist jetzt bei uns zulande mit dem Titel ‚Dienerschaft‘ geschmückt.“ (p. 462.)

Unter diesen domestiques9, sagt L[inguet], verstehe er nicht die Lakaien etc.:

„Die Städte und Dörfer werden von einer anderen Art Diener bewohnt, viel zahlreicher, nützlicher, arbeitsamer und bekannt unter dem Namen Tagelöhner, Handarbeiter usw. Sie sind nicht entehrt durch die glänzenden Farben des Luxus; sie seufzen unter ekelhaften Lumpen, die die Livree der Armut bilden. Sie haben nie teil an dem Überfluß, dessen Quelle ihre Arbeit ist. Der Reichtum scheint ihnen eine Gnade zu erweisen, wenn er die Geschenke entgegen nimmt, die sie ihm machen. Sie müssen für die Dienste dankbar sein, die sie ihm erweisen. Er überhäuft sie mit der beleidigendsten Mißachtung, während sie seine Knie umfangen, um von ihm die Erlaubnis zu erhalten, ihm nützlich zu sein. Er läßt sich bitten, dies zu gestatten, und bei diesem einzigartigen Austausch zwischen tatsächlicher Verschwendung und eingebildeter Wohltätigkeit sind Hochmut und Verachtung auf der Seite des Empfangenden und Untertänigkeit, Besorgnis und Diensteifer auf der Seite des Gebenden. Das ist die Art Diener, die in der Tat die Sklaven bei uns abgelöst haben.“ (p. 463, 464.)

„Es handelt sich darum, zu untersuchen, welches der wirkliche Gewinn ist, den ihnen die Abschaffung der Sklaverei gebracht hat. Ich sage es mit ebensoviel Schmerz wie Freimut: Ihr ganzer Gewinn besteht darin, daß sie stets von der Furcht gepeinigt werden, Hungers zu sterben, ein Unglück, vor dem wenigstens ihre Vorgänger auf der untersten Stufe der Menschheit bewahrt blieben.“ (p. 464.) „Er ist frei, sagt ihr! Ach! gerade darin besteht sein Unglück. Niemand geht ihn etwas an; aber auch er geht niemanden etwas an. Wenn man ihn braucht, mietet man ihn so billig wie möglich. Die geringe Entlohnung, die man ihm verspricht, kommt kaum dem Preis seines Unterhalts für den Arbeitstag gleich, den er im Austausch hingibt. Man setzt Aufseher“ (overlookers) „über ihn, die ihn zwingen, seine Arbeit rasch auszuführen; man treibt ihn an; man stachelt ihn an, aus Furcht, eine geschickt verborgene und nur zu verständliche Faulheit könne ihn die Hälfte seiner Kraft verbergen lassen; man ist besorgt, die Hoffnung, bei der Beschäftigung mit derselben Arbeit längere Zeit zu verweilen, könne die Flinkheit seiner Arme hemmen und seine Werkzeuge abstumpfen. Die schmutzige Ökonomie, die ihn mit unruhigen Augen verfolgt, überhäuft ihn mit Vorwürfen bei der geringsten Rast, die er sich gestatten könnte, und wenn er sich einen Augenblick ausruht, behauptet sie, daß er sie bestehle. Ist er fertig, dann entläßt man ihn, wie man ihn genommen, mit der kältesten Gleichgültigkeit und ohne sich darum zu kümmern, ob die zwanzig oder dreißig Sous, die er für einen harten Arbeitstag erhalten hat, für [440] seinen Unterhalt ausreichen, wenn er am folgenden Tag keine Arbeit findet." (p.466, 467.)

„Frei ist er! Gerade deshalb bedaure ich ihn. Man schont ihn deshalb viel weniger bei den Arbeiten, zu denen man ihn anwendet. Man ist deshalb viel hemmungsloser, sein Leben zu vergeuden. Der Sklave war für seinen Herrn wertvoll wegen des Geldes, das er ihn gekostet hatte. Aber der Handarbeiter kostet den reichen Schwelger nichts, der ihn beschäftigt. Unter der Sklaverei hatte das Blut der Menschen einen gewissen Preis. Sie waren mindestens die Summe wert, zu der man sie auf dem Markt feilhielt. Seitdem man sie nicht mehr feilhält, haben sie in Wirklichkeit keinen eigenen Wert mehr. In einer Armee gilt der Schanzgräber viel weniger als das Zugpferd, weil das Pferd sehr teuer und der Schanzgräber umsonst zu haben ist. Die Abschaffung der Sklaverei ließ diese Wertauffassung aus dem kriegerischen in das gewöhnliche Leben übergehen. Und es gibt seitdem keinen wohlhabenden Bürger, der hierbei nicht genauso rechnet wie die Kriegshelden." (p.467.)

„Die Tagelöhner werden geboren, wachsen heran und werden erzogen“ (züchten sich heran) „zum Dienst am Reichtum, ohne dem Reichen die geringsten Kosten zu verursachen, wie das Wild, das er auf seinen Gütern niederknallt. Es scheint, daß er wirklich das Geheimnis besitzt, dessen sich ohne Grund der unglückliche Pompejus rühmte. Er braucht bloß mit dem Fuße auf die Erde zu stampfen, und ihr entsteigen Legionen arbeitsamer Menschen, die sich um die Ehre streiten, ihm dienen zu dürfen. Verschwindet einer aus dieser Menge der Söldlinge, die seine Häuser bauen oder seine Gärten nach der Schnur bepflanzen, so ist der Platz, den er frei zurückläßt, nicht sichtbar; er ist sofort wieder ausgefüllt, ohne daß sich jemand darum kümmerte. Man verliert ohne Bedauern einen Tropfen aus dem Wasser eines großen Flusses, weil ohne Unterlaß neue Fluten heranströmen. So ist es auch mit den Handarbeitern. Die Leichtigkeit, sie zu ersetzen, nährt ihnen gegenüber die Gefühllosigkeit der Reichen"

(dies die Form bei Linguet; noch nicht Kapitalist) (p.468).

„Diese, sagt man, haben keinen Herrn ... ein reiner Mißbrauch des Worts. Was soll das heißen, sie haben keinen Herrn? Sie haben einen, und es ist der furchtbarste, despotischste von allen Herren: die Not. Diese treibt sie in die grausamste Abhängigkeit. Sie haben nicht einem einzelnen Menschen zu gehorchen, sondern allen insgesamt. Es ist nicht bloß ein einziger Tyrann, dessen Launen sie schmeicheln und dessen Gunst sie suchen müssen – das zöge der Abhängigkeit Grenzen und machte sie erträglicher. Sie werden die Diener eines jeden, der Geld hat, wodurch ihre Sklaverei eine unendliche Ausdehnung und Härte erhält. Man sagt: Wenn sie sich bei einem Herrn nicht wohl fühlen, haben sie doch den Trost, es ihm sagen und sich einen anderen suchen zu können; die Sklaven können weder das eine noch das andere; sie sind also unglücklicher. Welcher Sophismus! Man bedenke nur, daß die Zahl derjenigen, die arbeiten lassen, sehr gering ist, die Zahl der Arbeiter dagegen gewaltig.“ (p.470, 471.) „Worauf reduziert sich für sie jene scheinbare Freiheit, die ihr ihnen verliehen habt? Sie leben bloß von der Vermietung ihrer Arme. Sie müssen also jemand finden, der sie mietet, oder Hungers sterben. Heißt das frei sein?“ (p.472.)

„Das Schrecklichste ist, daß die Geringfügigkeit dieser Bezahlung noch ein Grund ist, sie herabzusetzen. Je mehr der Tagelöhner von der Not bedrückt ist, desto billiger muß er sich verkaufen. Je dringender seine Notlage ist, desto weniger einträglich ist seine Arbeit. Die Augenblicksdespoten, die er unter Tränen beschwört, seine Dienste anzunehmen, erröten nicht, ihm gewissermaßen den Puls zu befühlen, um sich zu vergewissern, wieviel Kraft ihm noch geblieben ist: Nach dem Grade seiner Schwäche bemessen sie die Bezahlung, die sie ihm anbieten. Je näher es ihnen dem Untergang durch Entkräftung zu sein scheint, desto mehr beschneiden sie das, was ihn retten könnte. Und was die Barbaren, die sie sind, ihm geben, dient weniger dazu, sein Leben zu verlängern, als seinen Tod hinauszuschieben.“ (p.482, 483.) „Die Unabhängigkeit“ (du journalier10) „... ist eine der verderblichsten Geißeln, die das Raffinement der modernen Zeiten hervorgebracht hat. Sie vermehrt den Überfluß des Reichen und den Mangel der Armen. Der erspart alles, was der andere ausgibt. Dieser ist gezwungen, nicht am Überflüssigen, sondern am Notwendigsten zu sparen.“ (p.483.)

„Wenn es heute so leicht ist, riesige Armeen zu unterhalten, die sich mit dem Luxus verbinden, um die Ausrottung des Menschengeschlechts zu vollenden, so ist nur die Abschaffung der Sklaverei daran schuld ... Erst seitdem es keine Sklaven mehr gibt, liefern Ausschweifung und Bettelarmut Kriegshelden zu fünf Sous den Tag.“ (p.484, 485.)

„Ich ziehe“ (die asiatische Sklaverei) „hundertmal jeder anderen Art der Existenz von Menschen vor, die gezwungen sind, ihr Leben durch Tagelöhnerarbeit zu fristen.“ (p.496.)

„Ihre“ (der esclaves11 und der journaliers) „Ketten sind aus demselben Stoff gemacht und bloß anders gefärbt. Hier sind sie schwarz und erscheinen massiv; dort haben sie weniger düstere Farben und scheinen leichter zu sein; aber man wäge sie unparteiisch, und man wird keinen Unterschied bemerken; beide sind von der Not gefertigt. Sie haben genau das gleiche Gewicht, oder vielmehr, wenn die eine einige Lot mehr wiegt, so ist es jene, die äußerlich leichter erscheint.“ (p.510.)

Er ruft den französischen Aufklärern mit Bezug auf die Arbeiter zu:

„Seht ihr nicht, daß die Unterjochung, die Ausrottung, um es geradeheraus zu sagen, dieses so großen Teiles der Herde den Reichtum der Hirten erzeugt? ... Glaubt mir, in seinem“ (du berger12) „Interesse, in eurem und selbst in ihrem, laßt sie“ (die Schafe) „in der Überzeugung, in der sie leben, daß der Köter, der sie ankläfft, für sich allein mehr Kraft besitzt als sie alle zusammen. Laßt sie stumpfsinnig beim bloßen Anblick seines Schattens davonlaufen. Alle werden dabei gewinnen. Ihr werdet es um so leichter haben, sie zusammenzutreiben, um ihnen die Wolle zu scheren. Sie sind um so leichter davor geschützt, von den Wölfen gefressen zu werden. ||441| Freilich nur, um von den Menschen verzehrt zu werden. Aber das ist einmal ihr Schicksal von dem Augenblick an, da sie den Stall betreten haben. Ehe ihr davon sprecht, sie von dort herauszuführen, beginnt damit, den Stall niederzureißen, das heißt die Gesellschaft.“ (p.512, 513.) [X-441||

Quelle: Marx/Engels: Werke, Bd. 26.1, Berlin: Dietz Verlag 1965, S. 320-326.