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Einziger Satz, p. 20 |
Inhaber |
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"Das Kind war realistisch in den Dingen dieser Welt befangen, bis ihm nach und nach hinter eben diesen Dingen zu kommen gelang. Der Jüngling war idealistisch, von dem Gedanken begeistert, bis er sich zum Manne hinaufgearbeitet, dem egoistischen, der mit den Dingen und Gedanken nach Herzenslust gebart und sein persönliches Interesse über Alles setzt. Endlich der Greis? Wenn ich einer werde, so ist noch Zeit genug, davon zu sprechen." |
Das Kind war wirklich in der Welt seiner Dinge befangen, bis ihm nach und nach (borgerliche Eskamotage der Entwicklung) eben diese Dinge hinter sich zu bekommen gelang. Der Jüngling war phantastisch, von Begeisterung gedankenlos, bis der Mann ihn hinabarbeitete, der egoistische Bürger, mit dem die Dinge und Gedanken nach Herzenslust gebaren, weil sein persönliches Interesse Alles über ihn setzt. Endlich der Greis - "Weib, was habe ich mit Dir zu schaffen?" |
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Grundlage: |
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I. |
Realismus. |
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II. |
Idealismus. |
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III. |
Negative Einheit Beider. "Man" (p. 485) |
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Erste Namengebung: |
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I. |
Kind, abhängig von den Dingen (Realismus). |
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II. |
Jüngling, abhängig von Gedanken (Idealismus). |
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III. |
Mann - (als negative Einheit) |
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positiv ausgedrückt: Eigner der Gedan- ken und Dinge, |
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(Egoismus). |
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negativ ausgedrückt: Los von Gedanken und Dingen |
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Zweite, historische Namengebung: |
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I. |
Neger (Realismus, Kind). |
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II. |
Mongole (Idealismus, Jüngling). |
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III. |
Kaukasier (Negative Einheit von Realismus und Idealismus, Mann). |
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Dritte, allgemeinste Namengebung: |
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I. |
Realistischer Egoist (Egoist im gewöhnlichen Verstande) - Kind, Neger. |
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II. |
Idealistischer Egoist (Aufopfernder) - Jüngling, Mongole. |
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III. |
Wahrer Egoist (der Einzige) - Mann, Kaukasier. |
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Vierte, historische Namengebung. Wiederholung der früheren Stufen innerhalb der Kaukasier. |
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I. |
Die Alten. Negerhafte Kaukasier - kindische Männer - Heiden - abhängig von den Dingen - Realisten - Welt. Übergang (Kind, das hinter die "Dinge dieser Welt" kommen): Sophisten; Skeptiker etc. |
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II. |
Die Neuen. Mongolenhafte Kaukasier - jugendliche Männer - Christen - abhängig von Gedanken - Idealisten - Geist. 1. Reine Geistergeschichte. Christentum als Geist. "Der Geist". 2. Unreine Geistergeschichte. Geist in Beziehung zu Andern. "Die Besessenen". |
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A) Reine unreine Geistergeschichte. |
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a) |
der Spuk, das Gespenst, der Geist im negerhaften Zustand, als dinglicher Geist und geistiges Ding - gegenständliches Wesen für den Christen, Geist als Kind. |
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b) |
Der Sparren, die fixe Idee, der Geist im mongolischen Zustand, als geistig im Geist, Bestimmung im Bewußtsein, gedachtes Wesen im Christen - Geist als Jüngling. |
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B) Unreine unreine (historische) Geistergeschichte. |
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a) |
Katholizismus - Mittelalter (Neger, Kind, Realismus pp.). |
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b) |
Protestantismus - Neue Zeit in der neuen Zeit - (Mongole, Jüngling, Idealismus pp.) Innerhalb des Protestantismus kann man wieder Unterabteilungen machen, z.B. |
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a ) |
englische Philosophie - Realismus, Kind, Neger. |
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b ) |
deutsche Philosophie - Idealismus, Jüngling, Mongole. |
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3. Die Hierarchie - negative Einheit Beider innerhalb des mongolenhaft-kaukasischen Standpunktes. Diese Tritt nämlich ein, wo das geschichtliche Verhältnis in ein gegenwärtiges verwandelt oder die Gegensätze als nebeneinander existierend vorgestellt werden. Hier haben wir also zwei koexistierende Stufen: |
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A) Die Unjebildeten - (Böse, Bourgeois, Egoisten im gewöhnlichen Verstande) = Neger, Kinder, Katholiken, Realisten pp. |
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B) Die Jebildeten (Gute, citoyens, Aufopfernde, Pfaffen pp.) Mongolen, Jünglinge, Protestanten, Idealisten. |
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Diese beiden Stufen existieren nebeneinander, und daraus ergibt sich "leicht", daß die Jebildeten über die Unjebildeten herrschen - dies ist die Hierarchie. In der weiteren geschichtlichen Entwicklung wird dann |
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aus dem Unjebildeten der Nichthegelianer, |
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aus dem Jebildeten der Hegelianer, (37) |
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woraus folgt, daß die Hegelianer über die Nichthegelianer herrschen. So verwandelt Stirner die spekulative Vorstellung von der Herrschaft der spekulativen Idee in der Geschichte in die Vorstellung von der Herrschaft der spekulativen Philosophen selbst. Seine bisherige Anschauung von der Geschichte, die Herrschaft der Idee, wird in der Hierarchie zu einem gegenwärtig wirklich existierenden Verhältnis, zur Weltherrschaft der Ideologen. Dies zeigt die Tiefe, bis zu der Stirner in die Spekulation versunken ist. Diese Herrschaft der Spekulanten und Ideologen entwickelt sich zu guter Letzt, "da die Zeit erfüllet war", in die folgende schließliche Namengebung: |
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a) |
der politische Liberalismus, abhängig von den Dingen, unabhängig von den Personen - Realismus, Kind, Neger, Alter, Spuk, Katholizismus, Unjebildeter, herrenlos. |
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b) |
der soziale Liberalismus, unabhängig von den Dingen, abhängig vom Geist, gegenstandlos - Idealismus, Jüngling, Mongole, Neuer, Sparren, Protestantismus, Jebildeter, besitzlos. |
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c) |
der humane Liberalismus, herrenlos und besitzlos, nämlich gottlos, weil Gott zugleich der höchste Herr und der höchste Besitz, Hierarchie - negative Einheit innerhalb der Sphäre des Liberalismus, als solche Herrschaft über die Welt der Dinge und der Gedanken, zugleich der vollendete Egoist in der Aufhebung des Egoismus - die vollendete Hierarchie. Bildet zugleich den Übergang (Jüngling, der hinter die Welt der Gedanken kommt) zum |
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III. |
"Ich" - d.h. dem vollendeten Christen, vollendeten Mann, kaukasischen Kaukasier und wahren Egoisten, der, wie der Christ durch Aufhebung der alten Welt der Geist - so durch Auflösung des Geisterreichs der Leibhaftige wird, indem er die Erbschaft des Idealismus, Jünglings, Mongolen, Neuen, Christen, Besessenen, Sparrens, Protestanten, Jebildeten, Hegelianers und humanen Liberalen sine beneficio deliberandi et inventarii <wörtlich: ohne die Vergünstigung der Bedenkzeit und der Bestandsaufnahme>antritt. |
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"Gerade weil Wir nicht der Geist sind, der in Uns wohnt, gerade darum mußten Wir ihn außer |
Gerade weil wir nicht der Magen sind, der in Uns wohnt, gerade darum mußten Wir ihn außer |
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Stirnerscher Satz, ohne Anspruch auf Gründlichkeit oder auch nur auf Bewährtheit |
Geläuterter Satz |
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"Es unterliegt auch in der Tat keinem Zweifel, daß der Mensch sich durch Gewohnheit gegen die Zudringlichkeit der Dinge, der Welt, sichert und eine eigne gründet, in welcher er allein heimisch und zu Hause ist, d.h. sich einen Himmel erbaut. Hat ja doch der "Himmel keinen andern Sinn als den, daß er die eigentliche Heimat des Menschen sei, worin ihn nichts Fremdes mehr bestimmt und beherrscht, kein Einfluß des Irdischen mehr ihn selbst entfremdet, kurz, worin die Schlacken des Irdischen abgeworfen sind und der Kampf gegen die Welt ein Ende gefunden hat, worin ihm also nichts mehr versagt ist." p. 89. |
"Es unterliegt auch in der Tat keinem Zweifel", daß, weil China das himmlische Reich heißt, weil "Stirner" gerade von China spricht und "gewohnt" ist, sich durch Unwissenheit "gegen die Zudringlichkeit der Dinge, der Welt, zu sichern und eine eigne Welt zu gründen, in welcher er allein heimisch und zu Hause ist", er sich aus dem himmlischen Reich China "einen Himmel erbaut. Hat ja doch" die Zudringlichkeit der Welt, der Dinge, "keinen andern Sinn als den, daß" sie "die eigentliche" Hölle des Einzigen "sind, worin ihn "Alles als "Fremdes bestimmt und beherrscht", die er sich aber dadurch in einen "Himmel" zu verwandeln weiß, daß er sich allem "Einfluß der irdischen", geschichtlichen Tatsachen und Zusammenhänge "entfremdet", daher sich also nicht mehr vor ihnen befremdet, "kurz, wo die Schlacken des Irdischen", Historischen "abgeworfen sind und" Stirner im "Ende" "der Welt" keinen "Kampf" mehr "findet , womit also Alles gesagt ist. |