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[1] Siehr vorl. Band, S.141 - [2] Resultat - [3] Fruchtbarkeit
des Bodens
{159}
"Die Vorstellung, daß die Landwirtschaft ein Produkt
und daraus entspringend eine Rente hervorbringt, weil Natur und menschliche
Tätigkeit bei der Bebauung zusammenwirken, ist bloße Einbildung.
Nicht aus dem Produkt entspringt die Rente, sondern aus dem Preis, zu dem
das Produkt verkauft wird; und dieser Preis wird nicht erzielt, weil die
Natur die Produktion unterstützt, sondern weil es der Preis ist, der
die Konsumtion dem Angebot anpaßt."
Diese Ansicht der Physiokraten beseitigt - die aber ihre volle Berechtigung
hatte in its deeper sense[1], weil sie die Rente als das einzige Surplus,
capitalist und labourers together[2] nur als die salariés[3] des
landlords betrachten -, blieben nur folgende Ansichten möglich:
||523| [Erstens:] Die Ansicht, daß Rente aus dem Monopolpreis
der Agrikulturprodukte herstammt[4], der Mnopolpreis daher, daß die
Grundeigentümer das Monopol des Grund und Bodens besitzen.
In dieser Ansicht steht der Preis des Agrikulturprodukts beständig
über seinem Wert. Es findet eine surcharge of price[3]
statt, und das Gesetz der Warenwerte ist durchbrochen durch das Monopol
des Grundeigentums.
Die Rente stammt aus dem Monopolpreis der Agrikulturprodukte,
weil die Zufuhr beständig unter dem level[6] der Nachfrage
oder die Nachfrage beständig über dem level der Zufuhr
steht. Aber warum erhebt sich denn die Zufuhr nicht zu dem level
der Nachfrage? Warum gleicht eine additional[7] Zufuhr dies Verhältnis
nicht aus und hebt damit, nach dieser Theorie, alle Rente auf? Um
dies zu erklären, nimmt Malthus einerseits seine Zuflucht zu der Fiktion,
daß die Agrikulturprodukte direkt Konsumenten sih schaffen (worüber
später bei seinem Krakeel mit Ricardo), anderseits zur Andersonschen
Theorie, weil die additional supply[8] mehr Arbeit kostet, die Agrikultur
unfruchtbarer wird. Soweit diese Ansicht daher nicht auf einer bloßen
Fiktion beruht, fällt sie mit der Ricardoschen Theorie zusammen. Auch
hier steht der Preis über dem Wert, surcharge[9].
Die Ricardosche Theorie: Es existiert keine absolute Grundrente,
sondern nur eine Differentialrente. Auch hier steht der Preis
der Agrikulturprodukte, die Rente tragen, über ihrem individuellen
Wert, und soweit die Rente überhaupt existiert, existiert sie durch
den Überschuß des Preises von Agrikulturprodukten über
ihren Wert. Nur widerspricht hier dieser Überschuß des Preises
über den Wert nicht der allgemeinen Werttheorie (obgleich das
fact bleibt), weil innerhalb jeder Produktionssphäre der Wert
der ihr gehörigen Waren nicht bestimmt wird durch den individuellen
Wert der Ware,
[1] in ihrem tieferen Sinne - [2] Kapitalist und Arbeiter
zusammen - [3] Entlohnten - [4] vgl. vorl. Band, S.28 - [5] Preisauschlag
- [6] Niveau - [7] zusätzliche - [8] zusätzliche Zufuhr
- [9] Aufschlag
{160}
sondern durch ihren Wert, den sie unter den allgemeinen
Produktionsbedingungen der Sphäre hat. Auch hier ist der Preis der
Rente tragenden Produkte Monopolpreis, aber Monopol, wie es in allen
Sphären der Industrie vorkommt und sich nur in dieser fixiert und
daher die vom Surplusprofit unterschiedne Form der Rente annimmt. Auch
hier ist es der Überschuß der demand[1] über die supply
oder was dasselbe, daß die additional demand nicht befriedigt werden
kann durch eine additional supply zu den Preisen, die die original
supply[2] hatte, bevor ihre Preise durch den Überschuß der Nachfrage
über die Zufuhr wuchsen. Auch hier entsteht die Rente (die
Differentialrente) durch Überschuß des Preises über
den Wert, Steigen der Preise auf dem beßren Boden über
seinen Wert, wodurch die additional supply hervorgerufen wird.
Die Rente ist bloß der Zins des in Grund und Boden versenkten
Kapitals[3]. Diese Ansicht hat das mit der Ricardoschen gemein, daß
sie die absolute Grundrenteleugnet. Die Differentialrente
muß sie zugeben, wenn Grundstücke, auf denen gleich viel Kapital
angelegt ist, Renten von verschiedner Größe abwerfen. In der
Tat kommt sie daher auf die Ricardosche Ansicht heraus, daß gewisser
Boden keine Rente abwirft und daß, wo eigentliche Rente
abgeworfen wird, dies Differentialrente ist. Nur kann sie absolut nicht
erklären die Rente vom Boden, auf dem kein Kapital angelegt
ist, von Wasserfällen, Minen etc. Sie war in der Tat nichts als ein
Versuch vom kapitalistischen Standpunkt aus, die Rente gegen Ricardo
zu retten - unter dem Namen des Zinses.
Endlich: Ricardo nimmt an, daß auf dem Boden, der keine
Rente trägt der Preis des Produkts gleich seinem Wert ist, weil er
gleich dem Durchschnittspreis, i.e. Avance + Durchschnittsprofit.
Er nimmt also falsch an, daß Wert der Ware gleich Durchschnittspreis
der Ware. Fällt diese falsche Voraussetzung, so bleibt die absolute
Rente möglich, weil der Wert der Agrikulturprodukte, wie der
von einer ganzen großen Kategorie aller andren Waren, über
ihrem Durchschnittspreis steht, infolge des Grundeigentums aber nicht,
wie bei diesen andren Waren, zum Durchschnittspreis ausgeglichen wird.
Diese Ansicht nimmt also mit der Theorie des Monopols an, daß das
Grundeigentum als solches mit der Rente zu tun hat; sie nimmt mit Ricardo
die Differentialrente an, und sie nimmt endlich an, daß durch die
absolute Rente durchaus kein Bruch im Gesetz der Werte vor sich geht.
[1] Nachfrage - [2] ursprüngliche Zufuhr - [3] vgl.
vorl. Band, S.28, 134/135, 140
{161}
[1] der relativen Werte (oder Tauschwerte) der Waren durch
"die Arbeitsmenge" - [2] Wert - [3] "Arbeit"
{162}
glieder überspringt und in unmittelbarer Weise die Kongruenz
der ökonomischen Kategorien untereinander nachzuweisen sucht.
Historisch war diese Untersuchungsweise berechtigt und notwendig. Die
politische Ökonomie hatte in A. Smith sich zu einer gewissen Totalität
entwickelt, gewissermaßen das Terrain, das sie umfaßt, abgeschlossen,
so daß Say sie in einem Schulbuch flach systematisch zusammenfassen
konnte. Es kommen zwischen Smith und Ricardo nur noch Detailuntersuchungen
vor über produktive und unproduktive Arbeit, Geldwesen, Populationstheorie,
Grundeigentum und Steuern. Smith selbst bewegt sich mit großer Naivität
in einem fortwährenden Widerspruch. Auf der einen Seite verfolgt er
den innren Zusammenhang der ökonomischen Kategorien oder den verborgnen
Bau des bürgerlichen ökonomischen Systems. Auf der andren stellt
er daneben den Zusammenhang, wie er scheinbar in den Erscheinungen der
Konkurrenz gegeben ist und sich also dem unwissenschaftlichen Beobachter
darstellt, ganz ebensogut wie dem in dem Prozeß der bürgerlichen
Produktion praktisch Befangenen und Interessierten. Diese beiden Auffassungsweisen
- wovon die eine in den innren Zusammenhang, sozusagen in die Physiologie
des bürgerlichen Systems eindringt, die andre nur beschreibt, katalogisiert,
erzählt und unter schematisierende Begriffsbestimmungen bringt, was
sich in dem Lebensprozeß äußerlich zeigt, so wie es sich
zeigt und erscheint - laufen bei Smith nicht nur unbefangen nebeneinander,
sondern durcheinander und widersprechen sich fortwährend. Bei ihm
ist dies gerechtfertigt (mit Ausnahme einzelner Detailuntersuchungen, [wie]
von dem Geld), da sein Geschäft in der Tat ein doppeltes war. Einerseits
der Versuch, in die innre Physiologie der bürgerlichen Gesellschaft
einzudringen, anderseits aber zum Teil erst ihre äußerlich erscheinenden
Lebensformen zu beschreiben, ihren äußerlich erscheinenden Zusammenhang
darzustellen und zum Teil noch für diese Erscheinungen Nomenklatur
zu finden und entsprechende Verstandesbegriffe, sie also zum Teil erst
in der Sprache und [im] Denkprozeß zu reproduzieren. Die eine Arbeit
interessiert ihn so sehr wie die andre, und da beide unabhängig voneinander
vorgehn, kommt hier eine ganz widersprechende Vorstellungsweise heraus,
die eine, die den innren Zusammenhang mehr oder minder richtig ausspricht,
die andre, die mit derselben Berechtigung und ohne irgendein innres Verhältnis
- ohne allen Zusammenhang mit der andren Auffassungsweise - den erscheinenden
Zusammenhang ausspricht. Die Nachfolger A. Smiths[1] nun, soweit sie nicht
die Reaktion älterer, überwundner Auffassungsweisen gegen ihn
darstellen,
[1] In der Handschrift: Ric[ardo]s
{163}
können in ihren Detailuntersuchungen und Betrachtungen ungestört
fortgehn und stets A. Smith als ihre Unterlage betrachten, sei es nun,
daß sie an den esoterischen oder exoterischen Teil seines Werks anknüpfen
oder, was fast immer der Fall, beides durcheinander werfen. Ricardo aber
tritt endlich dazwischen und ruft der Wissenschaft: Halt! zu. Die Grundlage,
der Ausgangspunkt der Physiologie des bürgerlichen Systems - des Begreifens
seines innren organischen Zusammenhangs und Lebensprozesses ist die Bestimmung
des Werts durch die Arbeitszeit. Davon geht Ricardo aus und zwingt
nun die Wissenschaft, ihren bisherigen Schlendrian zu verlassen und sich
Rechenschaft darüber abzulegen, wieweit die übrigen von ihr entwickelten,
dargestellten Kategorien - Produktions- und Verkehrsverhältnisse -
, Formen dieser Grundlage, dem Ausgangspunkt entsprechen oder widersprechen,
wieweit überhaupt die bloß die Erscheinungsformen des Prozesses
wiedergebende, reproduzierende Wissenschaft (also auch diese Erscheinungen
selbst) der Grundlage entsprechen, auf der der innre Zusammenhang, die
wirkliche Physiologie der bürgerlichen Gesellschaft beruht oder die
ihren Ausgangspunkt bildet, wie es sich überhaupt mit diesem Widerspruch
zwischen der scheinbaren und wirklichen Bewegung des Systems verhält.
Dies ist also die große ||525| historische Bedeutung Ricardos für
die Wissenschaft, weswegen der fade Say, dem er den Boden unter den Füßen
weggezogen hatte, seinem Ärger Luft machte in der Phrase, que "sous
prétexte de l'étendre" (la science), "on l'a poussée
dans la vide"[1]. Mit diesem wissenschaftlichen Verdienst hängt eng
zusammen, daß Ricardo den ökonomischen Gegensatz der Klassen
- wie ihn der innre Zusammenhang zeigt - aufdeckt, ausspricht und daher
in der Ökonomie der geschichtliche Kampf und Entwicklungsprozeß
in seiner Wurzel aufgefaßt wird, entdeckt wird. Carey (sieh
später die Stelle) denunziert ihn daher als Vater des Kommunismus.
"Ricardos System ist ein System der Zwietracht ... es
läuft hinaus auf die Erzeugung der Feindschaft zwischen Klassen
und Nationen ... Seine Schrift ist das wahre Handbuch des Demagogen, der
die Macht anstrebt vermittelst der Landteilung, des Kriegs und der Plünderung."
(p.74, 75. H. [C.] Carey, "The Past, the Present, and the Future", Philadelphia
1848.)
Ergibt sich so einerseits die wissenschaftliche Berechtigun und der
große geschichtliche Wert der Ric[ardo]schen Untersuchungsweise,
so liegt
[1] Daß "man sie" (die Wessenschaft) "unter dem
Vorwand, sie zu erweitern, ins Leere gedrängt habe"
{164}
auf der Hand andrerseits die wissenschaftliche Mangelhaftigkeit seines
Verfahrens, die sich durch das später Folgende im einzelnen zeigen
wird.
Daher auch die außerordentlich sonderbare und notwendig verkehrte
Architektonik seines Werks. Das ganze Werk besteht (in der dritten Ausgabe)
aus 32 Kapiteln. Davon handeln 14 Kapitel über Steuern, enthalten
also nur Anwendung der theoretischen Prinzipien. Das 20. Kapitel
"Value and Riches, their Distinctive Properties" ist nichts als Untersuchung
über den Unterschied von Gebrauchswert und Tauschwert, also eine Ergänzung
zum ersten Kapitel "On Value". Das 24. Kapitel "Doctrine of A. Smith
concerning the Rent of Land", ebenso das 28. Kapitel "On the comparative
value of gold, corn and labour etc." und das 32. Kapitel "Mr. Malthus's
Opinions on Rent" sind bloße Ergänzungen und zum Teil Verteidigung
von Ricardos Grundrenttheorie, also bloßer Anhang zu Kapitel II und
III, die von der Rente handeln. Das 30. Kapitel "On the Influence of demand
and supply on Prices" ist ein bloßer Anhang zum 4. Kapitel "On natural
and market price". Einen zweiten Anhang zu diesem Kapitel bildet das 19.
Kapitel "On sudden changes in the channels of trade". Das 31. Kapitel "On
Machinery" ist bloßer Anhang zum 5. und 6. Kapitel "On Wages"
und "On Profits". Das 7. Kapitel "On Foreign Trade" und das 25. "On Colonial
Trade sind bloße Anwendung - wie die Kapitel über Steuern -
der früher aufgestellten Prinzipien. Das 21. Kapitel "Effects of Accumulation
on Profits and Interest" ist ein Anhang zu den Kapiteln über die Grundrente
Profite und Arbeitslohn. Das 26. Kapitel "On Gross and Net Revenue" ist
ein Anhang zu den Kapiteln über Arbeitslohn, Profite und Rente. Endlich
das 27. Kapitel "On Currency and Banks" steht ganz isoliert in dem Werk
und bloß weitere Ausführung, z.T. Modifikation der in seinen
frühren Schriften über das Geld aufgestellten Ansichten.
Die Ricardosche Theorie ist also ausschließlich enthalten in den
ersten 6 Kapiteln des Werks. Wenn ich von dessen fehlerhafter Architektonik
spreche, so geschieht es mit Bezug auf diesen Teil. Der andre Teil besteht
aus Anwendungen, Erläuterungen und Zusätzen (den Abschnitt über
das Geld ausgenommen), die der Natur der Sache nach durcheinandergewürfelt
sind und keinen Anspruch auf Architektonik machen. Die fehlerhafte Architektonik
in dem theoretischen Teil (den 6 ersten Kapiteln) ist aber nicht zufällig,
sondern gegeben durch die Untersuchungsweise Ricardos selbst und die bestimmte
Aufgabe, die er seiner Forschung gestellt hatte. Sie drückt das wissenschaftlich
Ungenügende dieser Untersuchungsweise selbst aus.
Ch. I handelt "On Value". Es zerfällt wieder in 7 Sektionen.
In der ersten Sektion wird eigentlich untersucht: Widerspricht der
Arbeitslohn der
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Bestimmung der Warenwerte durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit?
In der dritten Sektion wird nachgewiesen, daß das Eingehn von dem,
was ich konstantes Kapital nenne, in den Wert der Ware der Wertbestimmung
nicht widerspricht und daß Steigen oder Fallen des Arbeitslohns
ebensowenig die Warenwerte affiziert. In der 4. Sektion wird untersucht,
wieweit die Anwendung von Maschinerie und andrem fixen und dauerhaften
Kapital, soweit es in verschiednen Produktionssphären in verschiednem
Verhältnis in das Gesamtkapital eingeht, die Bestimmung der exchangeable
values[1] durch Arbeitszeit alteriert. In der 5. Sektion wird untersucht,
wieweit Steigen oder Fallen der wages[2] die Bestimmung der Werte durch
Arbeitszeit modifiziert, wenn in verschiednen Produktionssphären Kapitale
von ungleicher Dauerhaftigkeit und verschiedner Umschlagszeit angewandt
werden. Man sieht also, in diesem ersten Kapitel sind nicht nur Waren
unterstellt - und weiter ist nichts zu unterstellen, wenn der Wert als
solcher betrachtet wird - , sondern Arbeitslohn, Kapital, Profit, allgemeine
Profitrate selbst, wie wir sehen werden, die verschiednen Formen des Kapitals,
wie sie aus dem Zirkulationsprozeß hervorgehn und ebenso der Unterschied
von "natural and market price"[3], welcher letztre sogar bei den folgenden
Kapiteln, ch. II und III: "On Rent" und "On Rent of Mines", eine entscheidende
Rolle spielt. Dies zweite Kapitel "On Rent"||526| - das dritte "On
Rent of Mines" ist bloße Ergänzung dazu - wird dem Gang seiner
Untersuchungsweise gemäß richtig wieder mit der Frage eröffnet:
Widerspricht das Grundeigentum und die Grundrente der Bestimmung
der Warenwerte durch die Arbeitszeit?
"Es bleibt jedoch", so eröffnet er das 2. Kapitel
"On Rent", "zu überlegen, ob die Aneignung von Boden und die daraus
folgende Entstehung von Rente im relativen Wert der Waren irgendeine Veränderung
verursachen wird, unabhängig von der zu ihrer Produktion erforderlichen
Quantität Arbeit." (p. 53. "Princ. of Pol. Ec.", 3d edit.,
Lond. 1821.)
Um nun diese Untersuchung zu führen, führt er nicht nur en
passant das Verhältnis von "market price" and "real price" (monetary
expression of value[4]) ein, sondern unterstellt die ganze kapitalistische
Produktion und seine ganze Auffassung von dem Verhältnis zwischen
Arbeitslohn und Profit. Das 4. Kapitel "On Natural and Market price", das
5. "On Wages" und das 6. "On Profits" sind daher nicht nur unterstellt,
sondcrn völlig entwickelt in den beiden ersten Kapiteln "On Value"
und "On Rent" und
[1] Tauschwerte - [2] Löhne - [3] "natürlichem
und Marktpreis" - [4] "Marktpreis" und "wirklichem Preis" (Geldausdruck
des Werts)
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ch. III als Appendix zu II. In den spätren 3 Kapiteln werden nur
hier und da, soweit sie theoretisch Neues bringen, Lücken ausgefüllt,
nähere Bestimmungen nachgeholt, die meist von Rechts wegen schon in
I und II ihren Platz finden müßten.
Das ganze Ricardosche Werk ist also enthalten in seinen ersten zwei
Kapiteln. In diesen werden die entwickelten bürgerlichen Produktionsverh
auml;ltnisse, also auch die entwickelten Kategorien der politischen Ökonomie,
konfrontiert mit ihrem Prinzip, der Wertbestimmung, und zur Rechenschaft
gezogen, wieweit sie ihm direkt entsprechen oder wie es sich mit den scheinbaren
Abweichungen verhält, die sie in das Wertverhältnis der Waren
hereinbringen. Sie enthalten seine ganze Kritik der bisherigen politischen
Ökonomie, das kategorische Abbrechen mit dem durchgehenden Widerspruch
A. Smiths in der esoterischen und exoterischen Betrachtungsweise, und liefern
durch diese Kritik zugleich einige ganz neue und überraschende Resultate.
Daher der hohe theoretische Genuß, den diese zwei ersten Kapitel
gewähren, da sie in gedrängter Kürze die Kritik des in die
Breite ausgelaufenen und verlaufnen Alten geben und das ganze bürgerliche
System der Ökonomie als einem Grundgesetz unterworfen darstellen,
aus der Zerstreuung und der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen die Quintessenz
herauskonzentrierend. Aber diese theoretische Befriedigung, welche because
of their originality[1], Einheit der Grundanschauung, simpleness[2], Konzentriertheit,
Tiefe, Neuheit und comprehensiveness[3] diese zwei ersten Kapital gewähren,
verliert sich notwendig im Fortgang des Werks. Auch hier werden wir stellenweis
durch Originalität einzelner Entwicklungen gefesselt. Aber das Ganze
erregt Abspannung und Langeweile. Der Fortgang ist keine Fortentwicklung
mehr. Wo er nicht aus eintöniger, formeller Anwendung derselben Prinzipien
auf verschiednes, äußerlich hereingeholtes Material besteht
oder aus polemischer Geltendmachung dieser Prinzipien, wird nur entweder
wiederholt oder nachgeholt, höchstens, in den letzten Teilen, hier
und da eine frappante Schlußfolgerung gezogen.
In der Kritik Ricardos müssen wir nun unterscheiden, was er selbst
nicht unterschieden hat. [Erstens] seine Theorie des Mehrwerts,
die natürlich bei ihm existiert, obgleich er den Mehrwert nicht in
seinem Unterschied von seinen besondren Formen, Profit, Rente, Zins fixiert.
Zweitens seine Theorie des Profits. Wir werden mit der letztren
beginnen, obgleich sie nicht in diesen Abschnitt, sondern in den historischen
Anhang zum Abschnitt III gehört.
[1] wegen ihrer Originalität - [2] Einfachheit -
[3] gedrängten Kürze
{167}
"Es ist die verhältnismäßige Menge der
durch Arbeit erzeugten Waren, welche ihren gegenwärtigen oder früheren
relativen Wert bestimmt." (l.c. p. 9.)
"Relative value" heißt hier nichts als die durch die Arbeitszeit
bestimmte exchangeable value. Aber relative value kann auch einen
andren Sinn haben, sofern ich nämlich den Tauschwert einer Ware im
Gebrauchswert einer andren ausdrücke, z.B. den Tauschwert von Zucker
im Gebrauchswert Kaffee.
"Zwei Waren verändern ihren relativen Wert,
und wir möchten wissen, bei welcher von ihnen die Veränderung
tatsächlich eingetreten ist." (p. 9.)
Which variation?[3] Diese "relative value" nennt Ricardo später
auch "comparative value"[4]. (p. 448 sq.) Wir wollen wissen, in
welcher Ware "die Variation" stattgefunden hat? Das heißt, die Variation
des "Werts", der oben relative value hieß. Z.B., 1 Pfd. Zucker =
2 Pfd. Kaffee. Später 1 Pfd. Zucker = 4 Pfd. Kaffee. Die "Variation",
die wir wissen wollen, ist ob die für den Zucker oder die für
den Kaffee "nötige Arbeitszeit" sich verändert, ob der
Zucker 2mal mehr[5] Arbeitszeit als früher kostet oder der Kaffee
zweimal weniger[6] Arbeitszeit als früher, und welche dieser "variations"
in der zu ihrer resp. Produktion nötigen Arbeitszeit diese Variation
in ihrem Austauschverhältnishervorgebracht hat. Diese "relative
oder comparative value" von Zucker und Kaffee - das Verhältnis, worin
sie sich austauschen - ist also verschieden von der relative value im ersten
Sinn. Im ersten Sinn ist die relative value des Zuckers bestimmt durch
die Masse Zucker, die in einer bestimmten Arbeitszeit ||527| produziert
werden kann.
[1] "Tauschwert" - [2] "die Fähigkeit,
andere Waren zu kaufen" - [3] Welche Veränderung? - [4] "komparativen
Wert" - [5] in der Handschrift: weniger - [6] in der Handschrift: mehr
{168}
Im zweiten Fall drückt die relative value von Zucker [und Kaffee]
aus das Verhältnis, worin sie gegeneinander ausgetauscht werden, und
die Wechsel in diesem Verhältnis können durch einen Wechsel der
"relative value" im ersten Sinn im Kaffee oder im Zucker resultieren. Das
Verhältnis, worin sie sich gegeneinander austauschen, kann dasselbe
bleiben, obgleich ihre "relative values" im ersten Sinn gewechselt haben.
1 lb. Zucker kann nach wie vor = 2 lbs. Kaffee sein, obgleich die Arbeitszeit
zur Produktion des Zuckers und des Kaffees um das Doppelte gestiegen oder
um die Hälfte abgenommen hat. Variations in ihrer comparative
value, d.h. wenn der Tauschwert von Zucker in Kaffee und vice versa
ausgedrückt wird, werden sich nur dann zeigen, wenn ihre variations
in ihrer relative value im ersten Sinn, d.h. durch die Arbeitsquantität
bestimmten values ungleich changiert haben, also comparative
changes stattgefunden haben. Absolute changes - wenn sie das ursprüngliche
Verhältnis nicht ändern, also gleich groß sind und nach
derselben Richtung vorgehn, werden keine Variation in den comparative values
hervorbringen - auch nicht in den Geldpreisen dieser Waren, da der
Wert des Gelds, sollte er changieren, für beide gleichmäßig
changiert. Ob ich daher die Werte zweier Waren in ihren eignen wechselseitigen
Gebrauchswerten ausdrücke oder in ihrem Geldpreis, beide Werte in
dem Gebrauchswert einer dritten Ware darstelle, sind diese relative
oder comparative values oder Preise dieselben und die changes in
denselben zu unterscheiden von ihren relative values im ersten Sinn,
d.h. soweit sie nichts ausdrücken als Wechsel der zu ihrer eignen
Produktion erheischten, also in ihnen selbst realisiertenArbeitszeit.
Die letztre relative value erscheint also als "absolute value",
verglichen mit den relative values im zweiten Sinn, im Sinn der realen
Darstellung des Tauschwerts einer Ware im Gbrauchswert der andren oder
im Geld. Daher kommt denn auch bei Ricardo für die "relative value"
im ersten Sinn der Ausdruck "absolute value" vor.
Wenn in dem obigen Beispiel 1 lb. Zucker nach wie vor dieselbe Arbeitszeit
kostet wie vorher, hat seine "relative value" im ersten Sinn nicht variiert.
Kostet aber der Kaffee 2mal weniger Arbeit so hat die value of Zucker in
Kaffee ausgedrückt variiert, weil die "relative value" im ersten Sinn,
des Kaffees variiert hat. Die relative values von Zucker und Kaffee erscheinen
so verschieden von ihren "absolute values" und dieser Unterschied zeigt
sich, weil auch die comparative value des Zuckers z.B. nicht variiert hat
im Vergleich mit Waren, deren absolute values dieselben geblieben.
"Die Untersuchung, auf die ich des Lesers Aufmerksamkeit
lenken möchte, bezieht sich auf die Wirkung der Veränderungen
in dem relativen Wert der Waren und nicht in ihrem absoluen Wert." (p.
15.)
{169}
Diese "absolute" value nennt Ric[ardo] auch sonst "real value"[1] oder
value schlechthin (p. 16 z.B.).
Sieh Baileys ganze Polemik gegen Ricardo in:
"A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value;
chiefly in reference to the writings of Mr.Ricardo and his followers. By
the Author of Essays on the Formation and Publication of Opinions", London
1825. (Sieh auch von demselben: "A Letter to a Polit. Economist;
occasioned by an article in the Westminster Review etc." Lond. 1826.)
dreht sich teils um diese verschiednen Momente in der Begriffsbestimmung
des Werts, die bei Ricardo nicht entwickelt sind, sondern nur faktisch
vorkommen und durcheinander laufen, und worin Bailey nur "Widersprüche"
findet. Zweitens [ist Bailey] gegen die "absolute value" oder "real value"
im Unterschied von der comparative value (oder relative value im
zweiten Sinn).
"Anstatt," sagt Bailey in der erst angeführten Schrift,
"den Wert als ein Verhältnis zwischen zwei Dingen anzusehen, betrachten
sie" (Ricardo and his followers[2]) "ihn als ein positives Resultat, das
durch eine bestimmte Menge von Arbeit produziert wird." (l.c. p. 30.)
Sie betrachten "den Wert als etwas Immanentes und Absolutes". (l.c.
p. 8.)
Der letzte Vorwurf geht aus Ricardos mangelhafter Darstellung hervor,
weil er den Wert der Form nach gar nicht untersucht - die bestimmte Form,
die die Arbeit als Substanz des Werts annimmt - , sondern nur die Wertgrößen,
die Quantitäten dieser abstrakt allgemeinen und in dieser Form gesellschaftlichen
Arbeit, die den Unterschied in den Wertgrößen der Waren
hervorbringen. Sonst hätte Bailey gesehn, daß die Relativität
des Wertbegriffs keineswegs dadurch aufgehoben wird, daß alle Waren,
soweit sie Tauschwerte sind, nur relative Ausdrücke der gesellschaftlichen
Arbeitszeit sind und ihre Relativität keineswegs nur in dem Verhältnis
besteht, worin sie sich gegeneinander austauschen, sondern in dem Verhältnis
aller derselben zu dieser gesellschaftlichen Arbeit als ihrer Substanz.
Es ist, wie wir weiter sehn werden, dem Ricardo vielmehr umgekehrt vorzuwerfen,
daß er diese "real" oder "absolute value" sehr oft vergißt
und nur an den "relative" oder "comparative values" festhält.
||528| Also:
[1] "realen Wert" - [2] und seine Anhänger
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