Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx/ Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 1. Berlin/DDR. 1976. S. 26/27.
»Unsers Herrn Jesu Christi Werk sollen wir anders und
höher ansehen, denn der Menschen Werk, denn um der Ursachen willen sind sie auch uns fürgeschrieben, daß wir an denselben Werken erkennen sollen, was er für ein Herr sei, nämlich ein
solcher Herr und
Gott, der helfen kann,
da sonst niemand vermag zu helfen, also daß kein Mensch so hoch und tief gefallen sei, dem er nicht aushelfen könne, es sei auch die Not, wie sie wolle.« »Und was ist
bei unserm
Herrn Gott unmöglich, daß wir's nicht getrost auf ihn wagen wollten? Er hat ja aus nichts Himmel und Erden und
alles geschaffen. Er macht noch alle Jahr die Bäume voll Kirschen, Spillinge, Äpfel und Birnen, und
bedarf nichts dazu. Unmöglich ist's unsereinem, wenn im Winter der Schnee liegt, daß
er ein einiges Kirschlein aus dem Schnee bringen sollte. Aber Gott ist der Mann, der
alles kann zurecht bringen, der da
lebendig machen kann, was tot ist, und
rufen dem, was
nicht ist, daß es sei, Summa,
es sei so tief gefallen, wie es wolle, so ist's unserm Herrn Gott nicht zu tief gefallen, daß er's nicht könnte emporheben und aufrichten. Das ist not, daß wir solche Werke an Gott erkennen und wissen, daß
ihm nichts unmöglich ist, auf
daß, wenn es übel zugehet, wir lernen auf seine Allmächtigkeit unerschrocken sein. Es komme der Türke oder ein ander
Unglück, daß wir denken, es sei ein Helfer und Retter da, der eine Hand habe, die
allmächtig ist und helfen könne. Und das ist der rechte, wahrhaftige Glaube
.« »An Gott soll man
keck sein und
nicht verzagen. Denn was ich und andere Menschen nicht können und vermögen, das kann und vermag er.
Kann ich und andere Leute mehr nicht
helfen, so kann er mir helfen und mich auch vom Tode erretten, wie der 68. Psalm sagt:
Wir haben einen Gott, der da hilft, und den
Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Daß also unser Herz immer keck und getrost sei und an Gott festhalte. Und das sind Herzen, die Gott recht dienen und ihn lieben, nämlich die unverzagt und unerschrocken sind.« »In
Gott und seinem
Sohn Jesu Christo sollen wir
keck sein. Denn was
wir nicht können, das kann er; was wir nicht haben, das hat er. Können wir uns nicht helfen, so kann er helfen und will es
sehr gern und willig tun, wie man hier siehet.« (Luthers Werke. Leipzig 1732. [Teil XVI] S. 442 bis 445)